Unternehmenskulturelle Entwicklung


 

    1. Was verstehen wir unter unternehmenskultureller Entwicklung:

    Das weitverbreitete St. Galler Managementmodell (ursprünglich von Hans Ulrich konzipiert und dann von Knut Bleicher und Johannes Rüegg-Stürm weiterentwickelt) besagt, dass das Top-Management anhand der folgenden drei großen Themenfelder ein Unternehmen, eine Organisation gestalten (optimieren und erneuern) kann: 

    Die Arbeit mit und an der Strategie ist gängige Praxis, ebenso die Arbeit an der Struktur (Anpassung, Änderung, Erneuerung an der Aufbau- und Ablauforganisation, Geschäftsprozessoptimierung). Die Arbeit mit und an der Unternehmenskultur ist hingegen eine sehr große Herausforderung für das Management und sie entzieht sich hierarchisch gestalterischen Zugängen.

    Unter Unternehmenskultur versteht man das System grundlegender Überzeugungen und der damit verbunden Werte und Normen, die das sichtbare Verhalten der Beschäftigten in einem Unternehmen bestimmen und die dann als dominante Verhaltensweise des Unternehmens erscheinen (nach Edgar Schein). Dimensionen der Kultur, die für ein Unternehmen besonders relevant sind, sind Kundenorientierung, Qualitätsorientierung, Leistungsorientierung, Mitarbeiterorientierung, Anpassungsfähigkeit, Stärke der Unternehmenskultur und natürlich die Motivaiton, das Engagement der Mitarbeiter.


     2. Warum ist Unternehmenskultur auch ökomomisch so wichtig:

    Zwischen 20 und 30 Prozent des ökomomischen Unternehmenserfolgs lassen sich die auf die "weichen" Faktoren, auf die  Unternehmenskultur zurückführen. Viele amerikanische und europäische Studien zeigen dies auf. Hinweisen wollen wir auf eine sehr umfangreiche deutsche Studie, durchgeführt im Jahr 2007/2008 als Forschungsprojekt im Auftrag des dt. Bundesministeriums für Arbeit und Soziales von der Universität zu Köln mit der Psychonomics AG und begleitet von namhaften Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Beratung. In die Studie waren 12 Branchen und 314 Unternehmen involviert, davor 122 kleine, 132 mittelgroße und 60 große Unternehmen. Bilanzanalysen, Expertengespräche mit Geschäftsführern und Vorständen sowie die Ergebnisse einer stichprobenweise schriftlichen Befragung von mehr als 37.000 Mitarbeitern zeigen, dass die einzelnen Aspekte der Unternehmenskultur in Kombination bis zu 31 Prozent des Unternehmenserfolgs erklären.


    3. Unsere Erfahrungen und Kompetenzen zum Thema Unternehmenskultur:

    In den letzten 20 Jahren haben wir mehr als 30 Wirtschaftsunternehmen in Projekten zur aktiven Gestaltung der Unternehmenskultur begleitet, davon 12 größere Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Die durschnittliche Projektdauer lag  bei den größeren Unternehmen bei ca. 1,5 Jahren. Bei diesen Projekten wiederholen sich zwar bestimmte Grundmuster in der Arbeitsweise, aber jedes Projekt wird individuell und maßgeschneidert geplant und durchgeführt. Wiederholend ist die Vorgangsweise in den folgenden 4 Schritten:

    • Vorklärung, ob der mögliche Auftraggeber und wir als Berater zusammenpassen, ob sich eine gemeinsame Arbeitsbasis herstellen lässt.
    • Start eines kleinen Vorprojektes - an dessen Ende stehen eine erste Diagnose, die Ziele für ein Kulturprojekt, die maßgeschneiderte Vorgehensweise mit Zeit- und Kostenplan als Basis für die Entscheidung durch den Auftraggeber. Dieses Vorprojekt wird ergebnisoffen angelegt.
    • die Durchführung des Kulturprojektes an sich und
    • eine temporäre Nachbetreuung, damit die neuen Verhaltensweisen und Muster nachhaltig in der Organisation sich verankern können.

    Wichtig ist der Hinweis an Manager, dass solche Projekte zwar eine klare und definierte Zielsetzung haben, aber eine zielgerichtete Veränderung der  Unternehmenskultur unter zwei besonderen Voraussetzungen steht:


    • Sie ist nur mit denjenigen Personen möglich, die diese leben und leben sollen. Sie kann nicht alleine über hierarchische Mechanismen verordnet werden (eine zentrale Funktion kommt gleichwohl der Geschäftsführung/dem Vorstand und den Führungskräften zu, die die Ziele der unternehmenskulturellen Entwicklung vorgeben und auch vorleben.
    • Die Gestaltung von Unternehmenskultur ist kein einmaliger Akt, sondern ein in der Zeit stattfindender Lern- und Entwicklungsprozess, der in der Zeit und kontinuierlich anzugehen ist (deshalb Projektlaufzeit von ca. 1,5 Jahren und temporärer Nachbetreuung).