Führung und Kommunikation

 

 

Lange Zeit waren die Strukturen von Organisationen gleichbedeutend mit Hierarchie. Entschieden wurde Oben, gearbeitet und zugeliefert wurde Unten. Kommunikation war im alten Taylorismus gleichbedeutend mit Befehlsausgabe, Widerrede von Seiten unterer Ebenen unterblieb in der Regel, erfolgte sie doch, wurde dies als Streik oder Revolte interpretiert.

 

Heutige Organisationen stellen sich anders dar. Es gibt eine hohe Spezialisierung auf allen Ebenen, immer mehr detailliertes Fachwissen, das dem Management teilweise nicht mehr zugänglich ist – die Unternehmensspitze wird zunehmend abhängiger von der spezifischen Kompetenz der jeweiligen Stellen und Abteilungen. Gleichzeitig wächst die Komplexität enorm an. Aufgrund dieser Entwicklung ergibt sich ein Paradigmenwechsel im Führungsverhalten: an die Stelle des Beherrschens von Problemen geht es zunehmend um eine Strategie des Bearbeitens von Problemen im sich radikal verändernden Kontext von Organisationen. Die Kommunikationsprozesse verändern sich von einem linearen Sender-Empfänger-Modell hin zu einem kontinuierlichen Übersetzungs-, Überzeugungs- und Aushandlungsprozess. Die Führungsaufgabe, die in dieser sich verändernden Welt zunehmende Bedeutung erhält, heißt Kommunikationssteuerung. Und schon 2004 schreibt Rudolf Wimmer in einem Aufsatz zur Eigendynamik komplexer Organisationen: „Kommunikation ist die einzige Möglichkeit, Komplexität zu bearbeiten – auch wenn ihr Ergebnis unweigerlich darin besteht, neuerlich Komplexität hervorzubringen.“

 

Weiters ist dieser Kommunikationsprozess eine wichtige Quelle für die Legitimation der Führung. Je mehr die Autoritätsressource „Hierarchie“ an Bedeutung verliert, desto wichtiger wird der Kommunikationsprozess. Gelingt er, so vergrößert sich die Akzeptanz der Geführten, Vertrauen als eine wichtige alternative Ressource zur Hierarchie wächst und gleichzeitig werden wichtige Koordinationsaufgaben wahrgenommen.

 

Unsere Erfahrungen und Kompetenzen :

Wir unterstützen Unternehmensleitungen seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Gestaltung von Kommunikationsprozessen. In der Praxis sind dies wiederkehrende Meetings und Workshops außerhalb der Tagesroutine. Der Mehrwert entsteht dadurch, dass es nicht nur eine klassische Moderation durch Externe ist, sondern dass durch profunde Vorbereitung zur Setzung der besonders relevanten Themen, durch die Gestaltung dialogischer Elemente, durch die Sicherstellung von Nachhaltigkeit und die Verfolgung des roten Fadens über fallweise auch längere Zeiträume eine Entwicklung eingeleitet und begleitet wird, die sich meistens als sehr wirksam und nachhaltig herausstellt. Einen unserer Kunden begleiten wir schon länger als 10 Jahre mit jährlich zwei zweitägigen Führungsklausuren. Eine Führungskraft brachte den Nutzen aus seiner Sicht auf den Punkt, als er anlässlich der Evaluierung meinte: „Dies ist für viele von uns der Ort, an dem wir mit unserem Vorstand außerhalb der Tagesarbeit über grundsätzliche Fragen, Einschätzung von Entwicklungen, Abstimmungen unserer Strategievorgaben sprechen können, Meinungen austauschen und wir abseits der offiziellen Statements mitbekommen, wie unser Vorstand Dinge und Entwicklungen sieht und ihm auch unsere Sichtweisen vermitteln können. Ein sehr fruchtbarer Austausch, der uns in der Alltagsarbeit schon viel geholfen hat.“